Glaser: Das Eis schmilzt

Der Weltklimarat geht in seinen ganzen Untersuchungen und Prognosen davon aus, dass das Klima der Erde sich kontinuierlich erwärmen würde. Dieser Effekt beruhe ausschließlich auf menschengemachten (anthropogenen) Ursachen. Andere Ursachenzusammenhänge für diesen Vorgang schließt der Weltklimarat aus und bezieht deren Beachtung in seine Überlegungen ausdrücklich nicht ein.

Seit Jahren wird daher von den Klima-Optimisten (landläufig „Klima-Skeptiker“ genannt) die Frage gestellt, wie sich die erdgeschichtlich unbezweifelbaren Klimaänderungen der Vergangenheit erklären lassen. Markantestes Beispiel hierfür ist das Ende der Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren. Nahezu jeder von uns kennt den Computeranimationsfilm „Ice Age“ – dort werden völlig zutreffend die großen Gletschermassen dargestellt, die bis zu dieser Zeit ganz Nordeuropa bedeckten. Deren Abschmelzung kann durch menschliche Einwirkung nicht erklärt werden. Das gleiche gilt für die europäische Kaltzeit im 3. Jahrhundert, die – wie man heute weiß – eine maßgebliche Ursache für die Völkerwanderung war. Ähnlich verhält es sich mit der spätmittelalterlichen Warmzeit, in welcher z. B. auch in Großbritannien Wein angebaut wurde.

In all diesen Fällen ist es offenkundig, dass menschliche Emissionen (insbesondere Kohlendioxid = CO2) als Ursache nicht in Frage kommen. Die Zahl der Menschen und ihrer Lagerfeuer kommen als Ursache für Klimaveränderungen offenkundig nicht in Betracht. Deshalb gehen Klima-Optimisten seit vielen Jahren davon aus, dass der Blickwinkel des Weltklimarates viel zu eng ist und seine Aussagen mit hoher Wahrscheinlichkeit daher unzutreffend sind.

In diesen Tagen erfahren wir von einer Forschungsgruppe aus Amerika durch eine Veröffentlichung im Fachblatt „Nature Climate Change“, dass etwa 42 % des Eisverlustes seit 1979 in der Arktis, also im Nordmeer, auf „natürlichen Faktoren“ beruhe. Im Einzelnen werden diese Zusammenhänge dargestellt, was bedeuten würde, dass schon in diesem spektakulären Fall der Einfluss des Menschen auf dieses Geschehen stark relativiert wäre.

Man darf daher die Frage stellen: Führt dieser Beginn der Relativierung des Einflusses des Menschen durch sein Verhalten bei der Wärme- und Stromerzeugung auf das Weltklima nicht zu völlig neuen Erkenntnissen? Die Weltklimageschichte hat in ihrem längeren Verlauf so viele Schwankungen erlebt, die alle mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und ihren Auswirkungen für die Bevölkerungszahl der Menschen und ihr Energieerzeugungsverhalten nichts zu tun haben können. Also wird die Wahrscheinlichkeit immer höher, dass ganz andere theoretische Erklärungsmodelle gefunden werden müssen, welche die tatsächlichen oder vermeintlichen Temperaturschwankungen auf der Erde zu erklären in der Lage sind.

Es könnte sein, dass wir es derzeit zwar mit einer Eis-Schmelze in der Arktis zu tun haben, jedoch auch mit der Schmelze des ideologischen Eises der    Klima-Alarmisten.

Albrecht Glaser
Sprecher Landesverband Hessen