Harder-Kühnel: Misstrauensvotum der Kanzlerin gegen CDU-Generalsekretär

Hessische AfD-Spitzenkandidatin tritt nach Taubers Entmachtung jetzt noch optimistischer in ihrem Wahlkreis gegen den 43-Jährigen an

Harder-Kuehnel-Foto-web-300x450MAIN-KINZIG-KREIS. „Der Entzug der Zuständigkeit für das Wahlprogramm durch Kanzlerin Angela Merkel ist ein klares Misstrauensvotum gegen CDU-Generalsekretär Peter Tauber“, erklärte die hessische AfD-Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel. Sie tritt im Main-Kinzig-Bundestagswahlkreis 175 direkt gegen Tauber an und sieht dem Wahlkampf gegen ihn jetzt noch zuversichtlicher entgegen.

Kurz vor ihrem Osterurlaub hatte Merkel entschieden, dass Kanzleramtsminister Peter Altmaier federführend das Bundestagswahlprogramm der CDU erarbeiten soll. „Dies bedeutet einen massiven Verlust an Macht und Ansehen für den ohnehin parteiintern schwer angeschlagenen Tauber“, betonte die Rechtsanwältin. Im „Focus“ und im „Spiegel“ sei schon länger über den allmählichen Niedergang Taubers berichtet worden, zumal er auch auf die Wahlerfolge der AfD und das Umfragehoch der SPD durch Kanzlerkandidat Martin Schulz keine Antwort gefunden habe.

Er sei seinerzeit von Merkel nicht primär aufgrund seiner fachlichen Eignung, sondern „als jugendliches Aushängeschild der Generation Facebook“ zum CDU-Generalsekretär auserkoren worden und „weil er ihr politisch nicht gefährlich“ werden konnte.  Seit Taubers innerparteilicher „Kaninchenjagd“-Affäre, bei der es um Vorwürfe von Mobbing und Frauendiskriminierung während seiner Zeit bei der CDU Main-Kinzig ging, sei bereits über einen herben Rückschlag in seiner Parteikarriere spekuliert worden. Auch im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises, dem Tauber angehört, sei er nicht durch konstruktive Sacharbeit aufgefallen, sagte Harder-Kühnel.

Die Ankündigung, keinem Antrag der AfD-Fraktion im Kreistag zuzustimmen, zeige bei Tauber „eine problematische Grundeinstellung zur parlamentarischen Demokratie“. Seine Chancen auf ein gutes Erststimmenergebnis bei der Bundestagswahl im Herbst sieht Harder-Kühnel ebenso geschwunden wie seine Aussichten auf eine längerfristige, bundespolitisch bedeutende Rolle in seiner Partei.

Mariana Harder-Kühnel
Rechtsanwältin
AfD-Listenplatz 1 in Hessen für Bundestagswahl 2017
Bundestagsdirektkandidatin im Wahlkreis 175 Main-Kinzig / Wetterau II / Schotten