Münch: Hessische AfD sieht Kölner Parteitag als großen Erfolg

Landessprecher Münch: Spaltung ist kein Thema / Mit Spitzen-Duo und Programm optimistisch in den Bundestagswahlkampf

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BAD HOMBURG. Die innerparteilichen Auseinandersetzungen in der AfD sieht der hessische Landessprecher Peter Münch nach dem Kölner Bundesparteitag beigelegt. Einem geschlossenen und erfolgreichen Bundestagswahlkampf stehe nichts mehr im Weg. Mit dem Spitzen-Duo aus dem Bundesvorstand, Alexander Gauland und Alice Weidel,  präsentiere sich die AfD in ihrer vollen Breite, sagte Münch und lobte das ausgewogene Verhältnis: „Mann und Frau, Alt und Jung, Ost und West, national-konservativ und wirtschafts-liberal.“ Zugleich bedauerte er, „dass sich Parteichefin Frauke Petry aus der vordersten Wahlkampflinie etwas zurückziehen will, denn sie ist in der Außendarstellung der Partei ein öffentlichkeitswirksames Zugpferd“. Zum Zusammenhalt der Partei habe auch die ebenso kämpferische wie pointierte Rede von Bundessprecher Jörg Meuthen maßgeblich beigetragen.

Im Mittelpunkt des Parteitags habe die Sacharbeit gestanden. Nach der Diskussion von über 100 Änderungsanträgen sei das rund 70 Seiten starke Wahlkampfprogramm mit überwältigender Mehrheit beschlossen worden. „Genau fünf Monate vor der Bundestagswahl ist das nun eine solide Basis, um mit unseren rund 2.500 Mitgliedern und Hunderten von Funktionsträgern in Hessen richtig durchzustarten“, sagte Münch.

Die Gefahr einer Spaltung der AfD sah und sieht der Landessprecher nicht. „Ein Szenario wie mit Parteigründer Bernd Lucke vor zwei Jahren wird sich nicht wiederholen“, ist sich Münch sicher und betont: „Auch in dieser Hinsicht sendet der Kölner Parteitag ein Signal der Geschlossenheit.“ Meinungsunterschiede zu verschiedenen Themen werde es immer geben bei 26.500 Mitgliedern bundesweit. Die solle man aber vor allem intern diskutieren.

Positiv zu bewerten sei auch das große Medieninteresse am Parteitag. „Zwar gibt es immer noch etliche Pressevertreter, die mit vorgefasster Meinung berichten, aber der Anteil jener die mehr Neugier auf Fakten haben,  nimmt deutlich zu“, stellte Münch fest. Die rund 200 Journalisten seien der AfD willkommen gewesen, konnten sich frei bewegen und auch zwischen den engen Sitzreihen im Saal ungehindert filmen und Interviews führen. 50 der 600 Delegierten kamen vom Landesverband Hessen.

Münch zeigte sich erleichtert, dass nur 10.000 statt der angekündigten 50.000 Gegendemonstranten in Köln aufmarschiert waren. Er verurteilte die vielen Versuche von militanten Gewalttätern, den Parteitag zu blockieren oder gar anzugreifen. Die 4.000 Polizisten hätten das Schlimmste verhindert und Delegierte notfalls einzeln zum Tagungsort eskortiert, lobte Münch. Die Gründe „für die Anti-AfD-Stimmungsmache des linksgrünen Lagers in Köln“ sieht er vor allem darin begründet, dass in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai der Landtag neu gewählt wird und die AfD gute Umfragewerte habe.