Münch: Landesverband Hessen drückt AfD in Nordrhein-Westfalen die Daumen

Münch rechnet bei der Wahl am 14. Mai mit sehr gutem Ergebnis für seine Partei und Einzug in den Düsseldorfer Landtag

BAD HOMBURG. Der AfD-Landesverband Hessen blickt zuversichtlich auf den Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai. „Da haben mehr als zwei Dutzend AfD-Abgeordnete gute Aussichten in den bisher rot-grün dominierten Düsseldorfer Landtag einzuziehen und wir drücken unseren Parteifreunden kräftig die Daumen“, sagte Hessens AfD-Landesvorsitzender Peter Münch und fügte hinzu: „Angesichts der desaströsen Regierungsbilanz bei öffentlicher Sicherheit, ungelösten Migrationsproblemen,  Bildungsnotstand und einer kollabierenden Verkehrsinfrastruktur mit Mega-Staus hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Land heruntergewirtschaftet und gehört abgewählt.“

Allerdings wäre ihr CDU-Herausforderer Armin Laschet als treu ergebener Gefolgsmann von Kanzlerin Angela Merkel auch keine Idealbesetzung an der Spitze des bevölkerungsreichsten Bundeslands, in dem sich alle multikulturellen Probleme besonders massiv zeigten. Man denke nur an die Übergriffe auf Frauen in der Kölner Silvesternacht oder die überproportional großen Kriminalitätsanteile von Migranten aus Marokko und Algerien, die selbst Ministerpräsidentin Kraft einräumte.

Angesichts der knappen Prognosen für mögliche Bündnisse befürchtet Münch, dass eine Koalitionsbildung von den etablierten Parteien aus taktischen Gründen erst nach der Bundestagswahl konkret angepackt wird. So lange könnte Kraft möglicherweise geschäftsführend im Amt bleiben. Da die Landtagswahl nicht nur als Stimmungstest, sondern als „kleine Bundestagswahl“ gelte, drückten sich die Altparteien vor dem Herbst auf eine Bündnis-Festlegung als rote Ampel- oder schwarze Jamaika-Version mit FDP-Beteiligung und auch um die Option einer großen Koalition werde vorerst in Düsseldorf ein Bogen gemacht, meinte Münch.

Auf jeden Fall drohe der SPD in ihrem Stammland ein verdienter Dämpfer angesichts des Umfrage-Minus von sieben Prozent gegenüber 2012. Der Schulz-Effekt um den neuen Kanzlerkandidaten der SPD sei verpufft und drohe inzwischen ins Gegenteil umzuschlagen, freut sich Münch und betonte: „Das ist eine doppelte Klatsche für die SPD, weil Schulz ja aus Nordrhein-Westfalen stammt.“ Der grüne Koalitionspartner von Kraft befinde sich im freien Fall Richtung Fünf-Prozent-Hürde. Die CDU habe Chancen die SPD beim Stimmenanteil noch zu überholen. Derzeit liegen sie bei knapp über 30 Prozent noch gleichauf.

Die AfD werde unter dem voraussichtlichen Fraktionschef und derzeitigen Spitzenkandidaten Marcus Pretzell „eine knallharte unbequeme Oppositionsarbeit leisten“, ist sich der hessischen Landeschef sicher. Dass SPD und Grüne in Umfragen nicht noch deutlicher verlieren, führt er darauf zurück, dass sie viele der rund 500.000 Stimmen von ehemaligen Wählern der jetzt chancenlosen Piratenpartei erhalten dürften. „Die FDP mit ihrem Spitzenkandidat und Doppelstrategen Christian Lindner fiel im Landtag bisher nicht auf und im Bundestag hat sie keiner vermisst“, bilanzierte Münch und kritisiert, dass der Liberale überhaupt für den Landtag antritt, obwohl er sich gleichzeitig um ein Bundestags-Mandat bewirbt und somit an Nordrhein-Westfalen gar kein ernsthaftes politisches Interesse zeigt.