„Erläutern Sie Ihr Demokratieverständnis, Herr Fischer!“

AfD-Landessprecher warten weiter auf Mitgliedschaft. Erteilte die Betreibergesellschaft der Commerzbank-Arena den beiden AfD-Landessprechern Hausverbot? Kündigte Eintracht Frankfurt zweihundert Kritikern von Peter Fischer in den vergangenen vier Wochen die Mitgliedschaft?

Frankfurt (25. Januar 2018). Die beiden AfD-Landessprecher Robert Lambrou und Klaus Herrmann warten seit vier Wochen auf die Entscheidung ihrer am 28. Dezember 2017 gestellten Mitgliedsanträge. Klaus Herrmann informiert: „Wir haben deshalb am Dienstag bei der Eintracht-Geschäftsstelle angerufen. Man teilte uns am Telefon mit, dass beide Anträge zwar beim Präsidium lägen, dieses aber leider noch immer nicht über die Mitgliedschaft entschieden hätte.“

Klaus Herrmann weiß: „In den vergangenen Wochen haben einige AfD-Mitglieder aus Hessen einen Mitgliederantrag bei der Eintracht gestellt. Diese Parteikollegen erhielten alle zeitnah eine Aufnahmebestätigung und ihren Mitgliederausweis. Allerdings dürfte Eintracht Frankfurt nicht gewusst haben, dass es sich hier um AfD-Mitglieder handelt.“

In diesem Kontext gewinnen vertrauliche Nachrichten an Gewicht, die den AfD-Landesvorstand aus gut unterrichteten Kreisen des Sportvereins erreichen. Robert Lambrou teilt mit: „Von mehreren glaubwürdigen Informanten wurde uns, unabhängig voneinander mitgeteilt, dass seit Jahresbeginn anscheinend etwa zweihundert Fußball-Fans, die direkte Kritik an Peter Fischer geäußert hatten, die Mitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt gekündigt wurde.“ Klaus Herrmann ergänzt: „Kurz vor der Mitgliederversammlung, auf der sich Herr Fischer als Präsident wiederwählen lassen möchte.“

Ein anderer Vorgang ereignete sich bereits am 3. Januar 2018. Ein Herr, mit einer markanten Stimme, der sich als „Patrick Meyer“, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Commerzbank Arena vorstellte, meldete sich telefonisch um 15:22 Uhr beim angestellten AfD-Geschäftsführer Thomas Orth in der Landesgeschäftsstelle und erteilte ihm sowie den beiden AfD-Landessprechern ein Hausverbot für die Commerzbank-Arena.

Danach rief dieser Herr „Patrick Meyer“ um 15:36 Uhr Landessprecher Robert Lambrou direkt an und teilte ihm zu Beginn des Gesprächs wörtlich mit: „Ich habe mit Herrn Fischer lange telefoniert und wir haben uns jetzt entschlossen, dass Sie und Herr Herrmann ab sofort Hausverbot haben in der Commerzbank-Arena.“ Auf Nachfrage konkretisierte er: „Für Fußballspiele, für Konzerte, für alles.“ und erklärte am Ende des eine Minute und zwanzig Sekunden langen Gesprächs: „wir müssen auch an unseren Partner denken, die Frankfurter Eintracht, die Mieter bei uns sind.“

Von diesem mündlich erteilten Hausverbot will Herr Patrick Meyer Stand gestern nichts wissen. Auf eine schriftliche Nachfrage der AfD zum Hausverbot schreibt er am Mittwochnachmittag per E-Mail, dass es sich hier offensichtlich um eine Verwechslung handeln müsse. Er habe am 3. Januar 2018 weder mit Herrn Lambrou noch mit Herrn Orth telefoniert.

Es stellt sich die Frage, hatten es Thomas Orth und Robert Lambrou mit einem übereifrigen AfD-Gegner zu tun, der sich als „Trittbrettfahrer“ und talentierter Stimmenimitator betätigte oder tatsächlich mit dem Geschäftsführer der Commerzbank Arena, der nach der schriftlichen Anfrage der AfD erkannte, dass voreilig und überzogen gehandelt wurde?

Die ganze Entwicklung macht nicht nur Robert Lambrou zunehmend Sorgen. „Wir wollten die Geschichte mit dem Hausverbot eigentlich nicht in die Öffentlichkeit tragen, aber zusammen mit den vertraulichen Berichten über Mitglieder-Kündigungen bei Eintracht Frankfurt und den Antrag auf Ausschluss von AfD-Mitgliedern beim Hamburger Sportverein, wirft diese ganze Denkhaltung doch zunehmend Fragen auf.“

Robert Lambrou präzisiert: „Was ist das für ein Demokratieverständnis? Welche Orte dürfte man in Zukunft als AfD-Mitglied oder AfD-Wähler in Deutschland denn dann überhaupt noch besuchen, wenn man diese Denkweise konsequent zu Ende denkt? Käme als nächstes ein Einkaufsverbot in Supermärkten, ein Tankverbot an Tankstellen oder ein Flugverbot mit bestimmten Fluggesellschaften?“

Für die am 28. Januar 2018 anstehende Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt, auf der sich Peter Fischer zur Wiederwahl stellt, haben Robert Lambrou und Klaus Herrmann eine klare Erwartung an den Präsidenten. „Erläutern Sie auf der Mitgliederversammlung, bei der rein statistisch betrachtet, 12,6 Prozent der anwesenden Eintracht-Mitglieder auch AfD-Wähler sind, Ihr Demokratieverständnis, Herr Fischer!“

(Pressemitteilung AfD Landesvorstand Hessen Nr. 4 / 2018)